Vu Hoang

Vu Hoang
Kurator und Projektmanager
mail [at] vuhoang.de
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Proudly presents: TRANSMITTER

Neue Sprachschule in Berlin. 

mehr Infos unter: http://transmitter-berlin.de/

Proudly Presents: TRANSMITTER BERLIN
Sprachschule in Neukölln
mehr Infos: http://transmitter-berlin.de/

Ausstellung “Between Walls and Windows. Architektur und Ideologie”, 2012

| Ausstellung kuratiert von Valerie Smith, Haus der Kulturen der Welt, 2012 |

Produktionsassistenz im Rahmen eines Volontariats für die Ausstellung “Between Walls and Windows. Architektur und Ideologie”; Betreuung der Installationen Tiles Theatre von Wang Shu und Baghdad Case Study von Terence Gower.

mehr Infos: http://www.hkw.de/de/app/mediathek/gallery/between_walls_and_windows

Between Walls and Windows. Architektur und Ideologie
Haus der Kulturen der Welt, 2012

Twisted Rodeo, Ausstellungskatalog, 2012

Beitrag: Künstlerportrait über Jérôme Thomé. 

Kunstakademie Münster.

Portfoliowalker: “Beste Bildsprache 2011”, bild.sprachen Messe

Portfoliowalker auf der bild.sprachen–Messe; Messe für angewandte Fotografie, Gelsenkirchen.

Erstmalige Auszeichnung des Fotografie-Preises “Beste Bildsprache 2011”

Mehr Infos unter: www.bildsprachen.de/messe/bildsprachen2011/beste-bildsprache/

8 Page Editorial, kuratiert für Traffic News to-go

Fotostrecke und Interview mit Leila Pazooki über ihre Ausstellung “Fair Trade”, 2011. Beitrag: “Allegories of Justice oder Leila Pazookis kleine Poesie des Kopierens”.

Schlussredaktion der Ausgaben #15, #16, #17 von Traffic News to-go, Berlin.

Das 8 Page Editorial online: www.trafficnewstogo.de // Issue #17, Sept 2011

Dokumentation: meinstein - Kunstprojekt von Nadia Kaabi-Linke

Dokumentarische, organisatorische und redaktionelle Arbeit im Rahmen von “meinstein - Ein Denkmal für Neuköllner von Neuköllnern”, 2011. 

Mehr Infos unter: 

http://www.aktion-kms.de/projekte/umbau-platz-der-stadt-hof/meinstein/

https://www.facebook.com/events/820884681274368/permalink/820887527940750/?ref=nf

meinstein - Kunst am Bau von Nadia Kaabi-Linke

Ein Denkmal für Neuköllner von Neuköllnern

Ausgelobt vom Bezirksamt Neukölln fand im Sommer 2010 im Rahmen der [Aktion! Karl-Marx-Straße] ein Wettbewerb statt, an dem sich Stadtplaner, Architekten und Künstler beteiligten. Ziel der Initiative war und ist es, den Platz der Stadt Hof an der Karl-Marx-Straße umzubauen, um einen bislang kaum wahrnehmbaren Platz in einen Treffpunkt mit Aufenthaltsqualität für die Neuköllner zu verwandeln. 
Die Gewinner des Wettbewerbs sind die Künstlerin Nadia Kaabi-Linke und das Architekturbüro el:ch Landschaftsarchitekten, die mit der Idee eines “demographischen Pflasters” die Jury überzeugten. Im Zuge des meinstein-Projekts wird eine Mosaikfläche entstehen, die durch farbige Steine aus verschiedenen Regionen auf die kulturelle Vielfalt und das Zusammenleben in Neukölln verweist.

Das Projekt meinstein ist ein Daten-Visualisierungs- und Bauprojekt im Rahmen der [Aktion! Karl-Marx-Straße] und hat zum Ziel, ein Denkmal zu schaffen, das den Einwohnern Neuköllns gewidmet ist und von ihnen mitgestaltet wird.


Die Idee 
Am Eingang zu Neu-Rixdorf, direkt an der Karl-Marx-Straße, wird der Platz der Stadt Hof zu einem neuen Treffpunkt und Veranstaltungsort für die Einwohner Neuköllns umgebaut. Auf dem unscheinbaren Platz wird in ein mosaikartiges Pflaster entstehen, dass von Neuköllnern/-innen mitgestaltet wird.
Wie die Bevölkerung des Stadtteils werden auch die verschiedenen Pflastersteine aus unterschiedlichen Teilen der Welt kommen. Im Vordergrund der Gestaltung des Platzes steht vor allem der persönliche Blick der Bewohner auf ihren Stadtteil. 
In elf zweiteiligen Workshops kommen die Einwohner/-innen Neuköllns zusammen und lassen in Zusammenarbeit mit den Künstlerinnen Nadia Kaabi-Linke und Roos Versteeg ein persönliches Bild von Neukölln entstehen.

Im Rahmen des meinstein-Projekts finden von März bis Mai 2011 Workshops statt, die den Teilnehmern/-innen eine Möglichkeit zum aktiven Austausch über ihren Wohnort bieten. Im ersten Teil des Workshops stehen das Zusammenleben und die verschiedenen persönlichen Sichtweisen auf den Stadtteil im Vordergrund, während im zweiten Teil für jeden und jede Teilnehmer/-in das Modell eines persönlichen Steins fertig gestellt wird. Diesen Stein können sie später auf dem Platz wiederfinden. 
Das Ziel der meinstein-Workshops ist die aktive Mitgestaltung der Bürger am Entwurf für den Umbau des Platzes.

Am „Mosaiktag“ im Mai haben die Teilnehmer/-innen der Workshops die Gelegenheit, ihren selbst gemachten Stein am Ort niederzulegen. Während der Bauphase wird dort ein echter Stein gesetzt und für sie markiert. So werden alle Teilnehmer des Projekts meinstein auf dem neu gestalteten Platz verewigt und sagen können: Das ist mein Stein.

- Vu Hoang

Kurator der Ausstellung “Lichtung” - Alessandro Lupi

"Lichtung", Einzelausstellung von Alessandro Lupi, 2010, kuratiert für das freie Kunstprojekt episkop berlin. Halle am Wasser, Berlin.

"Lichtung" von Alessandro Lupi

Der imaginäre Raum

„Als Kind wollte ich eine Taschenlampe erfinden, die kein Licht im Dunkeln macht, sondern einen Strahl von Dunkelheit bei Tageslicht schafft.“

Die Idee der Umkehrung, die ihn seit seiner Kindheit beschäftigt, ist auch heute noch Ursprung von Lupis Arbeiten.

Licht im Dunkeln, das Dunkle im Licht – das Spiel mit der Dichotomie hat bei Lupis Arbeiten weniger einen philosophischen, sondern vielmehr einen poetischen Ansatz. Wie ein Bildhauer kreiert Lupi Skulpturen aus Licht, die erst dann zum Vorschein kommen, wenn das Licht, das uns Formen und Farben erkennen lässt, ausgeschaltet ist. In der Geborgenheit der Dunkelheit schafft er einen magischen Raum und lässt dreidimensionale Figuren erscheinen, die sich in der Grenzzone zwischen Realität und Virtualität bewegen. Lupis Installationen ähneln einer virtuellen Projektion von Figuren, die direkt seiner Phantasie entsprungen zu sein scheinen, sich jedoch durch ihren fragmentarischen Charakter jeglicher Greifbarkeit entziehen. Besonderes Merkmal seiner bisherigen Arbeiten sind meist Polyesterfäden, die er mit akribischer Präzision koloriert und nach einem selbst entworfenen Schema, das die optimale Dichte erzeugt, arrangiert. 

Im Mittelpunkt von Lupis Arbeiten steht stets die Betrachtung seiner Skulpturen als räumliche Installationen, sei es durch die Integration realer Gegenstände oder durch die Bewegung des scheinbar Statischen.

Besonders bei seiner neusten Arbeit „Lichtung“ widmet er sich der Betrachtung des Raums – dabei gilt sein Interesse sowohl dem physisch-realen als auch dem imaginären Raum. Abstrakter als in seinen vorherigen Arbeiten setzt er sich mit dem Verhältnis von Licht und Materie, mit dem Schatten und seinem Ursprung auseinander. Wie bei seinen mystischen Figuren weckt er auch bei seiner neuen Installation die Erinnerung an etwas Dagewesenes, Bekanntes. Die Idee einer Lichtung, hell und behütet zugleich, findet ihre Entsprechung in einer Umkehrung: Eine Fülle von präzise arrangierten Holzstäben spielt durch die Schichtung der Hölzer auf die Struktur von Bäumen in einem Wald an und verweist auf einen Ort von Vegetation und Leben. In Lupis Umkehrung ersetzt die Materialität und physische Präsenz des Imaginierten den Lichtraum, während sich dieser als nicht-lokalisierbarer Unort um die Lichtung erstreckt.

In Lupis imaginärer Lichtung lässt er die Schatten der Bäume wandern und projiziert den Wald schemenhaft in den Raum. Dadurch schafft er einen Ort zwischen Licht und Schatten. Durch Projektion und vor allem durch Imagination entsteht eine Dichte, in deren Zentrum sich die Umkehrung einer Lichtung befindet. Die fragil und zugleich streng wirkende Skulptur aus millimetergenau zugeschnittenem Holzfaserstoff schwebt nahezu schwerelos in der Luft und erhebt sich eindrucksvoll und anmutig über Kopfhöhe – das paradoxe Spiel mit den Gegensätzen und Umkehrungen wird beim Gang durch den Raum physisch erfahrbar.  

Wie bei seinen bisherigen Werken schafft Lupi ein dazwischen, einen intermedialen Raum, der sich weder als Schatten- noch als Lichtraum identifizieren lässt. Durch die verschiedenen Lichtintensitäten befindet sich der Raum in einem ständig wechselnden Zustand, der die Frage nach der Quelle und Bestimmung des Lichts aufwirft: In einer Zeit, in der das Licht nicht durch den Stand der Sonne, sondern durch Technik oder ständige Verfügbarkeit gekennzeichnet ist, gerät die eigentliche Bedeutung und Besonderheit des Lichts in Vergessenheit. „Lichtung“ erinnert durch seine wandernden Schatten an den Verlauf der Zeit und mehr noch an die Ursprünglichkeit des Lichts.

Wie gewohnt liegt das Geheimnis seiner Arbeiten im Dunkeln: Erst nach dem Ende des Lichtzyklus wird Lupis Konzept der Inversion vollständig erkennbar. Das permanente Schwarzlicht, bezeichnend für sein komplettes Oeuvre, lässt eine neue Oberfläche erkennen. Die Textur im Raum, die strengen Vertikalen, verwandelt sich in ein Glühen von leuchtenden Partikeln, die den Raum neu strukturieren. Nähe und Ferne, Licht und Schatten, Vertikale und einzelne Fragmente – die Gegensätze heben sich auf. Was bleibt, ist ein magischer Raum. Der imaginäre Raum.

 - Vu Hoang